Trommel-Gaszähler TG-Serie (nasse Ausführung)
Bedienungsanleitung – Inbetriebnahme (Kapitel 2)
2.1. Hochdruck-Gaszähler ( > 1 Bar)
- Die Aufstellung und Inbetriebnahme darf nur durch Fachpersonal erfolgen.
- Beim Abladen, Umtransport und Aufstellung darf der Gaszähler nicht herunterfallen. Wegen des hohen Gewichtes besteht Quetschgefahr für Personen und die Möglichkeit einer Beschädigung des Gerätes.
- Bei Aufstellung des Gaszählers in erhöhter Position, z.B. auf einem Gestell o.ä., muss der Gaszähler an den Gerätefüßen durch Spannklemmen, Schrauben o.ä. gegen Verrutschen gesichert werden, um ein Herunterfallen und damit Verletzung von Personen oder Sachschäden sicher zu vermeiden.
- Beim Befüllen mit Sperrflüssigkeit (meistens Öl) darf keine Flüssigkeit auf den Boden tropfen.
- Beim Herstellen der Leitungsanschlüsse muss ein gasdichter Anschluss sichergestellt werden. Alle Verschlusskappen und -stopfen am Gaszähler müssen verschlossen werden, um die Dichtheit zu gewährleisten.
- Die Erhöhung des Gasdrucks in Zuleitung muss langsam erfolgen, um einen Druckstoß und daraus resultierendes Platzen eines Schlauches zu vermeiden. Andernfalls könnten Personen durch einen herumfliegenden Schlauch verletzt werden.
- Der Gaszähler ist nicht mit einem Überdruck-Sicherheitsventil ausgestattet. Zur sicheren Vermeidung einer Überschreitung des zulässigen Betriebsdruckes (gemäß Angabe auf dem Typenschild bzw. Datenblatt), muss im angeschlossenen Gasleitungssystem eine Druckregelung und eine Überdruck-Sicherheitsventil installiert sein.
- Für Messung und Außer-Betriebnahme bitte Ziffer 4 beachten.
2.2. Aufstellung
Den Gaszähler auf einen festen und schwingungsfreien Untergrund stellen. Durch die höhenjustierbaren Gerätefüße den Gaszähler mit Hilfe der oben am Gehäuse angebrachten Libelle waagerecht ausrichten.
2.3. Einfüllen der Sperrflüssigkeit
Standard-Gaszähler:
- TG 01
Verschlusskappe des Präzisions-Füllstandsanzeigers „HPLI“ abschrauben (siehe auch Datenblatt „HPLI“). Die vorgesehene Sperrflüssigkeit durch den Füllstutzen (an der Geräte-Rückseite) in das Gaszähler-Gehäuse gießen. - TG 05 – TG 50
Den Füllstandsanzeiger (an der Geräte-Rückseite) durch Drehen der Verschlussschraube öffnen (2-3 Umdrehungen entgegen dem Uhrzeigersinn). Bitte achten Sie darauf, dass die Verschlussschraube nicht aus dem Gewinde herausgedreht wird. Die vorgesehene Sperrflüssigkeit durch den Füllstutzen (an der Geräte-Rückseite) in das Gaszähler-Gehäuse gießen.
Hochdruck-Gaszähler: Die Verschlussschraube des Einfüllstutzens (Sechskantschraube) lösen und herausdrehen. Die vorgesehene Sperrflüssigkeit durch den Füllstutzen in das Gaszähler-Gehäuse gießen. Nach der Einstellung des Pegels der Sperrflüssigkeit gem. Ziffer 2.4 die Verschlussschraube mit einem Sechskantschlüssel fest und dicht anziehen.
2.4. Menge der Sperrflüssigkeit (Einstellung des Pegels der Sperrflüssigkeit)
Die Sperrflüssigkeits-Menge ist von der Gaszählergröße (Typ) abhängig sowie von der für jedes Gerät individuellen Justierung. Die ungefähre Menge ist in dem Datenblatt angegeben, das jedem Gaszähler bei der Auslieferung beigefügt ist. Diese Menge berücksichtigt nicht die individuellen Unterschiede eines jeden Gerätes aufgrund der Justierung.
Die Fein-Einstellung des Sperrflüssigkeits-Pegel ist für die Messgenauigkeit von größter Bedeutung, da die Messgenauigkeit/Anzeige direkt vom Sperrflüssigkeits-Pegel abhängt und sehr empfindlich auf einen falsch eingestellten Pegel reagiert!
Der korrekte Pegel der Sperrflüssigkeit wird wie folgt eingestellt:
- Bei Gaszählern mit Präzisions-Füllstandsanzeiger (Sonderausstattung): siehe Datenblatt.
- Bei Gaszählern mit Standard-Füllstandsanzeiger (an der Rückwand):
Nach dem Öffnen der Verschlussschraube (2) bei Gaszählern in Kunststoffausführung (des Absperrhahnes (2) bei der Edelstahlausführung) des Füllstandsanzeigers (1) ist das Steigerohr des Füllstandsanzeigers mit der Sperrflüssigkeit im Gaszählergehäuse nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren verbunden. Wenn durch Nachfüllen der Sperrflüssigkeit der Pegel im Gaszählergehäuse steigt, steigt der Pegel im Füllstandsanzeigers in gleicher Weise.
Das Ablesen der Flüssigkeitssäule kann (bei Verwendung von Wasser als Sperrflüssigkeit) erleichtert werden, indem die Oberflächenspannung durch Zugabe eines Tropfens Spülmittel reduziert wird. Wenn zuviel Sperrflüssigkeit eingefüllt wurde, tritt diese über den Füllstandsanzeiger aus, wodurch sich der Pegel gewissermaßen von selbst einjustiert. Eine dabei evtl. entstandene Flüssigkeitshaube am oberen Rand des Füllstandsanzeigers muss allerdings durch Ablassen von Flüssigkeit über den Entleerungsstutzen beseitigt werden.
Ein kleiner Tipp für die Überprüfung des Sperrflüssigkeits-Pegels nach längerer Standzeit des Gaszählers: Nach längerer Standzeit ist die Flüssigkeit im Füllstandsanzeiger zumeist verdunstet, im Inneren des (verschlossenen) Gehäuses jedoch nicht. Wird nun die Verschlussschraube des Füllstandsanzeigers geöffnet, fließt Sperrflüssigkeit aus dem Gehäuse in den Füllstandsanzeiger. Selbst wenn zuvor der Sperrflüssigkeits-Pegel innerhalb des Gehäuses korrekt war, muss nun Sperrflüssigkeit nachgegossen werden und der Pegel wieder neu eingestellt werden. Dieses kann evtl. vermieden werden, indem der Füllstandsanzeiger vor dem Öffnen der Verschlussschraube mit Sperrflüssigkeit gefüllt wird (weder Haube noch Einbuchtung). Verändert sich der Pegel nach dem Öffnen der Verschlussschraube nicht, war und ist der Sperrflüssigkeits-Pegel korrekt.
2.5. Nach dem Einfüllen der Sperrflüssigkeit bzw. Einstellen des Pegels:
- TG 01
Verschlusskappe des Präzisions-Füllstandsanzeigers „HPLI“ auf das äußere Ende des Schrägrohres aufschrauben sowie den Einfüllstutzen schließen durch Drehen der Verschlussschraube im Uhrzeigersinn. - TG 05 – TG 50
den Füllstandsanzeiger sowie den Einfüllstutzen schließen durch Drehen der jeweiligen Verschlussschrauben im Uhrzeigersinn. - Bei Ausrüstung mit HPLI (bei TG01 Standard)
Der HPLI kann nach dem Zuschrauben auch im Betrieb einen geringfügig anderen Füllstand als bei der Einstellung anzeigen. Dies ist systembedingt und stellt keinen Fehler dar. Der korrekte Füllstand wird somit nur im Stillstand bei gleichzeitig geöffnetem HPLI angezeigt, d. h. beim nicht angeschlossenen bzw. drucklosem Gaszähler.
2.6. Erdung bei Gaszählern aus elektrisch-leitfähigem Material (PE-el)
Gaszähler mit einem Gehäuse und/oder einer Messtrommel aus elektrisch-leitfähigem Material (PE-el) müssen geerdet werden, um die Ableitung einer eventuellen elektrischen Aufladung zu ermöglichen.
Hierzu muss die Anschlussklemme an einer Flansch-Schraube der Gaszähler-Rückwand mit einem Nullleiter (Erde) verbunden werden..
2.7. Anschluss der Gasleitung
Die Gasleitung an die Tülle „Gas-Eingang“ (mittig an der Geräte-Rückseite) anschließen. Einen Probelauf mit ein bis zwei Trommelumdrehungen (Umdrehungen des großen Zeigers) durchführen, um eventuelle Lufteinschlüsse in der Messtrommel zu entfernen. Die Gasleitung wieder entfernen und den Pegel der Sperrflüssigkeit analog Ziffern 2.2 und 2.3 überprüfen.
2.8. Transport des gefüllten Gaszählers
Muss der Gaszähler nach der Befüllung mit Sperrflüssigkeit noch bewegt werden (z. B. in einen anderen Raum), muss der Gaszähler dabei in einer waagerechten Position bleiben, um zu verhindern, dass Sperrflüssigkeit in das innen gelegene Steigrohr des Gas-Eingangs gelangt. Sollte dies doch einmal erfolgt sein, kann der Gaszähler um 90° nach vorne geneigt werden (Zifferblatt zeigt auf den Boden), damit die Sperrflüssigkeit wieder aus dem Steigrohr herauslaufen kann (zurück in das Gaszählergehäuse).
Änderungen vorbehalten
